Mustang-Hengst

Ein ein kurzer Ausschnitt aus meinen Demo-Days in Dänemark. Dieser wunderhübsche 7 jährige Mustang-Hengst entwickelte in den letzen Wochen zu einem unruhigen und gestressten Nervenbündel. Viele rossige Stuten und andere Hengste standen während des Training nur wenige Meter vom Round Pen entfernt. In dieser (einmaligen!) 45 Minütigen Trainingseinheit helfe ich „Lakhota“, die Aufmerksamkeit auf mich zu richten und den besten und sichersten Platz zum entspannen zu finden. Ein weiterer Mustang der nur in wenigen Minuten mein Herz und meine Seele erobert hat – ein absolutes Hammer-Pferd!
Thx @US-Mustang for having me. You guys are doing an amazing job with your horses and thx for waiting with “Lakhota” that I can use him for the demo. music: www.frametraxx.de

DIE ARBEIT IM ROUND PEN – MEHR ALS NUR IM KREIS SCHICKEN

Seit vielen Jahren hat der sogenannte Round Pen auch in Deutschland seinen Stellenwert gefunden, dabei gab es ihn eigentlich schon immer, man nannte ihn vorher nur „Longierzirkel“.

Muss ein Round Pen immer rund sein?

Die runde Bauform war ursprünglich dazu gedacht, dass sich das Pferd während der Arbeit (ohne Seil/Longe) nicht in eine Ecke zurückziehen kann. Diese Gegebenheit ist natürlich hilfreich, für mich aber kein Muss. Ganz im Gegenteil, sobald die Grundlagen abgehakt sind, finde ich Ecken sogar durchaus hilfreich, denn sie bieten weitere Variationsmöglichkeiten.

Ein Klassenzimmer für jede Altersstufe

Weit verbreitet ist die Meinung, dass man sich nur mit rohen Pferden oder sogenannten „Problempferden“ in den „Ring“ begibt. Der Round Pen bietet allerdings für jedes Alter und für jeden Ausbildungsstand ein optimales Trainingsareal. Egal ob frecher Jährling oder cooler Senior, für jeden lässt sich ein passendes Programm zusammenstellen.

Kein stupides im Kreislaufen

Das Hauptaugenmerk bei der Arbeit mit einem Pferd, in einem nach aussen begrenzten Areal, liegt auf der KÖRPERSPRACHE und somit auf der KOMMUNIKATION. Auch hier kommen die drei Säulen des Natural Horsemanship zum Tragen: AUFMERKSAMKEIT – RESPEKT – VERTRAUEN Wenn wir in der einfachsten Form mal von 3 Gangarten + Anhalten ausgehen (Stop – Schritt – Trab – Galopp), ergeben sich rein rechnerisch schon 64 Kombinationsmöglichkeiten. Beispiele:
  • Stop → Schritt / Schritt → Stop / Stop → Trab / Trab → Stop / usw.
  • Schritt → Trab / Trab → Schritt / Schritt → Galopp / Galopp → Schritt / usw.
  • Schritt → Trab → Galopp / Galopp → Trab → Schritt / usw.
  • Stop → Galopp → Trab → Schritt / Schritt → Stop → Trab → Galopp / usw.
Für alle die Mathe Leistungskurs hatten – nehmt jetzt noch folgende Variablen dazu:
  • Tempovariation in jeder Gangart (z.B.langsamer Trab/schneller Trab)
  • Rückwärts richten
  • Innenwendung (jede Gangart)
  • Aussenwendung (jede Gangart)
Mir wird ganz schwindelig bei so vielen Möglichkeiten. Wie viele verwendet ihr bis jetzt davon?

Agilität und Gymnastizierung im Round Pen

Wenn ihr euch die Vielzahl an Möglichkeiten und Kombinationen mal vor Auge führt, merkt ihr sehr schnell, dass es sich hierbei um mehr als nur das Losschicken eines Pferdes handelt. Gerade die Vielfalt an Übergängen fördern den gesamten Bewegungsapparat eines Pferdes. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass alles was am Boden gut funktioniert, die perfekt Voraussetzung für die Umsetzung im Sattel ist.

Fazit

Seid ihr mit eurem Pferd schon soweit, dass es euch so gut versteht und zuhört und ihr es alleine durch Körpersprache und Stimmkommando punktgenau in Gangart, Tempo und Richtung kontrollieren könnt? Herzlichen Glückwunsch – Ihr seid ein Team geworden, das sich perfekt versteht. Aus einem vermeintlich stupiden Longierzirkel wird eine weitere Säule für eine harmonische Mensch-Pferd-Beziehung.